Pflegeversicherung

Pflege

 

Mit dem 01.01.2017 wird/wurde der größte Umbau der Pflegeversicherung seit ihrer Einführung vor 20 Jahren wirksam. Kernpunkte dieser Reform sind eine neue Definition von Pflegebedürftigkeit und eine neue Staffelung der Leistungen.

  • Wer ist Pflegebedürftig?

    Bei dem Pflegebedürftigkeitsbegriff und dem Einstufungsverfahren, welches seit 1995 bis Ende 2016 in Gebrauch war, standen körperliche Einschränkungen im Vordergrund. Das hatte zur Folge, dass Personen mit geistigen Einschränkungen – dies sind vor allem die vielen Menschen, die an Demenz leiden – oft nicht als pflegebedürftig galten.

    Dabei ist gerade die Betreuung von Menschen mit Demenz sehr zeitaufwändig. Körperlich betrachtet mag ein Demenzkranker beispielsweise noch in der Lage sein, sich selbst zu waschen. Doch er tut es nicht, weil er es schlicht vergisst. Er muss also daran erinnert und dabei beaufsichtigt werden. Weil aber die Stufe der Pflegebedürftigkeit bisher danach bemessen wurde, wie lange eine andere Person im wahrsten Sinne des Wortes „Hand anlegen" muss, lautete das Ergebnis in so einem Fall: Hilfebedarf = Null (Minuten).

    Bei dem neuen Einstufungsverfahren spielen Minuten keine Rolle mehr. Es wird jetzt danach gefragt, wie sehr die Selbständigkeit in verschiedenen Lebensbereichen eingeschränkt ist. Und dabei ist es unerheblich, ob die Selbständigkeit durch körperliche oder geistige Gebrechen eingeschränkt wird.

    Pflegebegutachtung 2017

    Ausführliche Informationen zum Ablauf der neuen Pflegebegutachtung oder der Überleitung in die neuen Pflegegrade finden Sie im Informationsportal der Medizinischen Dienste.

  • Alt und neu: Aus Drei mach Fünf!

    Die früheren drei Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade ersetzt. Durch diese Pflegegrade soll besser abgebildet werden, welche Unterstützung ein Mensch tatsächlich braucht. Dazu werden künftig sechs Bereiche betrachtet:

    1. Mobilität (körperliche Beweglichkeit, zum Beispiel morgens aufstehen vom Bett und ins Badezimmer gehen, Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen)

    2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (verstehen und reden: zum Beispiel Orientierung über Ort und Zeit, Sachverhalte und begreifen, erkennen von Risiken, andere Menschen im Gespräch verstehen)

    3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (zum Beispiel Unruhe in der Nacht oder Ängste und Aggressionen, die für sich und andere belastend sind, Abwehr pflegerischer Maßnahmen)

    4. Selbstversorgung (zum Beispiel sich selbstständig waschen und ankleiden, essen und trinken, selbständige Benutzung der Toilette)

    5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (zum Beispiel die Fähigkeit haben die Medikamente selbst einnehmen zu können, die Blutzuckermessung selbst durchzuführen und deuten zu können oder gut mit einer Prothese oder dem Rollator zurecht zu kommen, den Arzt selbständig aufsuchen zu können)

    6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (zum Beispiel die Fähigkeit haben den Tagesablauf selbständig zu gestalten, mit anderen Menschen in direkten Kontakte zu treten oder die Skatrunde ohne Hilfe zu besuchen)

    Neu ist, dass neben der eigentlichen Grundpflege – von Kritikern abfällig auch als „Satt-Sauber-Pflege" bezeichnet – die Hilfe im täglichen Leben fester Bestandteil der Pflegeversicherung geworden ist, sowohl beim Einstufungsverfahren als auch bei den Leistungen. Dadurch werden Demenzkranke den körperlich Pflegebedürftigen gleichgestellt.

  • „Ich bin jetzt in Pflegestufe II: Wie geht es weiter?“

    Die Umstellung vom alten auf das neue System erfolgt/e zum 01.01.2017. Wenn bei Ihnen vor dem 31.12.2016 bereits eine Pflegestufe festgestellt wurde und Sie daher schon Leistungen von der Pflegekasse erhalten haben, dann müssen Sie nichts weiter unternehmen. Sie müssen keinen extra Antrag stellen. Es ist auch keine neue Begutachtung notwendig. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass eine automatische Überleitung in das neue System erfolgen wird. – Und: Eine Minderung der bisherigen Leistungen ist dabei ausgeschlossen.

    Das Überleitungsschema finden Sie hier

    Und: Selbstverständlich wird jeder Pflegebedürftige von uns schriftlich über seine neuen Leistungsansprüche ab Januar 2017 informiert.

 

Alles Wissenswerte zum Thema und zu den neuen Leistungen haben wir in unserer Pflegeleistungsbroschüre zusammengestellt - kompakt und übersichtlich.

Hier können Sie die Pflegeleistungsbroschüre online lesen.

Die Broschüre schicken wir Ihnen auch gerne zu . Fordern Sie sie einfach unter der Telefonnummer 09721 9449-340 bei uns an. Oder schreiben Sie eine E-Mail an: pflege<at>skd-bkk.de.

Unter diesen Kontaktdaten erreichen Sie auch Ihren Ansprechpartner, der Ihnen gerne Ihre persönlichen Fragen beantwortet - kompetent und individuell.

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