Beitragssatz ab 01.01.2020

Sehr geehrte Kundin! Sehr geehrter Kunde!

Jetzt zum Jahreswechsel sind die Zeitungen voll mit Berichten über die immer schlechter werdende Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen. In den ersten drei Quartalen wurde insgesamt ein Minus von 741 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vorjahr standen da noch 1,86 Milliarden Euro Plus in den Büchern.

Grund: Die Ausgaben für die Versorgung stiegen derzeit stark an – nicht zuletzt getrieben durch zahlreiche neue Gesetze, die mehr Geld hin zu den Leistungserbringern lenken. Damit wird die Versorgung der Menschen beim Arzt, im Krankenhaus, in der Pflege und in vielen weiteren Bereichen verbessert.

Ebenfalls den Medien zu entnehmen ist, dass Experten spätestens 2021 mit einer Welle von Beitragssatzerhöhungen rechnen. In manchen Zeitungsberichten wird auch gemunkelt, dass gewisse finanzschwache Kassen die Strategie fahren, irgendwie das Jahr 2020 ohne Erhöhung zu überstehen, um dann 2021 in der allgemeinen Erhöhungswelle nicht aufzufallen.

Eine solche Strategie, die auf dem „Prinzip Hoffnung" beruht, ist nicht mit unserem Anspruch vereinbar. Wir werden nicht so lange abwarten, bis auch wir zu den finanzschwachen Kassen gehören, sondern für Sie und Ihre Versorgung stets eine ausreichende Rücklage im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben vorhalten. Deshalb erhöht die SKD BKK zum 01.01.2020 den Zusatzbeitrag um 0,3 Prozent. Denn schließlich sind wir Ihr verlässlicher Partner „für Ihre Gesundheit" – das ist unser Anspruch!

Ihre Beitragssatz ab 01.01.2020

Fragen und Antworten im Detail:

Warum wird der Zusatzbeitrag erhöht?

– Wir möchten Ihnen ein umfangreiches, an Ihren Bedürfnissen ausgerichtetes Leistungsangebot zukommen lassen, auf das Sie langfristig vertrauen können. Und das muss natürlich finanziert werden.

„18 Gesetze in 18 Monaten", lautete im September die Bilanz aus dem Bundesministerium für Gesundheit. Und seither wurden noch weitere Gesetze gemacht.

Durch die neuen Gesetze wurden viele Verbesserungen und zum Teil längst überfällige Änderungen bewirkt oder zumindest in die Wege geleitet: zu nennen sind hier zum Beispiel die schnellere Vergabe von Terminen beim Arzt, eine bessere Vergütung von Physiotherapeuten und anderen Leistungserbringern oder die geringere Beitragslast auf Betriebsrenten.

Es ist gut und wichtig, dass die Leistungserbringer mehr Geld bekommen, ebenso wie es gut und sinnvoll ist, die Beiträge für bestimmte Personengruppen zu senken (z.B. Selbständige mit geringem Einkommen oder Bezieher von Betriebsrenten). Allerdings haben diese Maßnahmen einen „Preis" – und auch die SKD BKK hat hieran ihren Anteil zu tragen.

Die Haushaltsplanung für das Jahr 2020 hat gezeigt, dass die voraussichtlichen Ausgaben nicht mit dem bisherigen Zusatzbeitrag von 1,4 Prozent gedeckt werden können. In manchen Bereichen müssen wir schon seit einiger Zeit einen überdurchschnittlichen Anstieg der Leistungsausgaben feststellen. Betroffen waren insbesondere die Ärztliche Behandlung, Arzneimittel und Heilmittel (Physio-, Ergo-, Logotherapie etc.) sowie das Krankengeld. Und diese Steigerungen sind nicht nur ein vorübergehendes Phänomen. Denn der medizinische Fortschritt und die immer höhere Lebenserwartung sorgen generell für steigende Gesundheitsausgaben. Aber schließlich soll jeder unserer Versicherten genau diejenigen Leistungen erhalten, die er benötigt.

Hinzu kommt, dass durch neue Gesetze weitere Kostensteigerungen auf uns zukommen. Denn es war in letzter Zeit viel los in der Gesundheitspolitik.

Warum greift die SKD BKK nicht auf Rücklagen und Vermögen zurück?

– Die Vermögensreserven der SKD BKK bewegen sich derzeit exakt innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens. Ein weiterer Abbau von Reserven zugunsten eines niedrigeren Beitragssatzes ist nicht vertretbar.

Bei der SKD BKK erfolgte bereits in den Jahren 2015 bis 2018 ein kontrollierter Vermögensabbau. In dieser Zeit hat die SKD BKK einen deutlich unterdurchschnittlichen Zusatzbeitrag erhoben. Das bedeutete, dass Sie als Teil der SKD BKK-Versichertengemeinschaft in diesen Jahren Beiträge sparen konnten im Vergleich zu vielen anderweitig gesetzlich Versicherten.

Inzwischen bewegen sich die Reserven der SKD BKK innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens. Dieser Rahmen sieht eine Mindestrücklage von einer Viertel Monatsausgabe und eine Höchstrücklage von einer Monatsausgabe vor.

Für jede Krankenkasse, besonders aber für eine mittelständische wie die SKD BKK, ist es wichtig, eine ausreichende Reserve zu haben. Daher würde es einer seriösen Finanzplanung widersprechen, wenn hier ein weiterer Abbau der Reserven forciert würde.

Allgemeiner Beitrag, ermäßigter Beitrag, Zusatzbeitrag – wie verhält es sich damit?

– Der kassenindividuelle Zusatzbeitrag macht nur einen sehr geringen Teil des Gesamtbeitrages aus, denn dessen weitaus größter Anteil ist gesetzlich vorgeschrieben.

Seit der Neuordnung der Krankenkassenfinanzierung im Jahr 2015 setzt sich der Beitragssatz, den eine gesetzliche Krankenkasse von ihrem Mitglied verlangt, aus zwei Bestandteilen zusammen. Gesetzlich festgelegt für alle Krankenkassen sind folgende Beitragssätze:

Allgemeiner Beitragssatz: 14,6 % ► gilt z.B. für Arbeitnehmer, Rentner und   Selbständige mit Krankengeldanspruch

Ermäßigter Beitragssatz: 14,0 % ► gilt z.B. für Selbständige ohne   Krankengeldanspruch

Hinzu kommt ein kassenindividueller Zusatzbeitrag. Dieser Zusatzbeitrag wird – wie der allgemeine Beitragssatz auch – seit dem 01.01.2019 je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bzw. Rentnern und Rentenversicherungsträger getragen. Zuvor war der Zusatzbeitrag allein vom Versicherten zu tragen. 

Zahle ich den Zusatzbeitrag alleine?

– Nein, seit dem 01.01.2019 beteiligt sich der Arbeitgeber bzw. Rentenversicherungsträger zur Hälfte am Zusatzbeitrag.

Seit dem 01.01.2019 wird der bislang allein vom Mitglied zu tragende Zusatzbeitrag zur Hälfte vom Arbeitgeber bzw. Rentenversicherungsträger finanziert. Der Zusatzbeitrag ist also nur noch halb so wichtig wie früher.

Die Erhöhung des Zusatzbeitrages ab 01.01.2020 um 0,3 Prozentpunkte bedeutet für Sie (als Arbeitnehmer oder Rentner) also, dass sich Ihr Beitragsanteil nur um 0,15 Prozentpunkte erhöht; die anderen 0,15 Prozent zahlt der Arbeitgeber bzw. die Rentenversicherung.

Für freiwillig versicherte Personen, die nicht Arbeitnehmer sind, gilt jedoch, dass sie den Zusatzbeitrag alleine tragen müssen.

In Mark und Pfennig: Wieviel muss ich denn jetzt mehr zahlen?

– Das hängt natürlich ganz von Ihrem individuellen Einkommen ab. Bei einem Monatslohn von 2.500 Euro beispielsweise steigt der Beitrag um 3,75 Euro pro Monat.

Die Frage nach Ihrer konkreten Mehrbelastung beantworten wir Ihnen gerne persönlich – in einem Telefonat oder bei einem Beratungstermin. Nehmen Sie bitte einfach Kontakt mit uns auf.

Ausweg: Leistungskürzung?

– Diese Frage haben wir mit einem klaren „Nein!" beantwortet.

Unser zusätzliches Leistungsangebot kann sich sehen lassen: es richtet sich an Jung und Alt, Singles und Familien, bietet Präventionsmöglichkeiten und besondere Krankenbehandlungen. Das soll auch so bleiben. Denn alle unsere EXTRA-Leistungen bieten wir deshalb an, weil wir sie für sinnvoll halten. Und wir gehen davon aus, dass sehr viele unserer Versicherten dies auch tun, denn die EXTRA-Leistungen werden gerne in Anspruch genommen. Wir möchten, dass Sie sich auf unser Angebot verlassen können, und deshalb haben wir uns bewusst gegen Leistungskürzungen entschieden.

Werde ich offiziell informiert? Wann?

– Noch im Dezember 2019 erhält jedes Mitglied von uns einen gesonderten Brief mit der Information über die Erhöhung des Zusatzbeitrags.

Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Änderung unseres Zusatzbeitrages zunächst von der Aufsichtsbehörde – dem Bundesversicherungsamt in Bonn – genehmigen zu lassen und dann öffentlich bekannt zu machen. Erst dann dürfen wir unsere Mitglieder anschreiben. Die Genehmigung wurde uns am 16.12.2019 erteilt.

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